Trainer Dunkel-Steinhoff und seine Assistenten tüfteln nach der katastrophalen Rückrunde der letzten Saison an neuen Strategien und Spielsystemen. Der Kader ist groß, gespickt mit sehr guten Kreisliga A-Spielern. Was der SVM im Moment aber mehr als alles andere braucht, ist eine längere Glückssträhne. Die Köpfe müssen wieder frei werden, jeder Einzelne samt Betreuer und Vereinsfunktionär brauchen wieder Glückshormone und gute Laune.
Deshalb entschied sich Dunkel-Steinhoff in der zweiten Pokalrunde gegen den ebenbürtigen SG Sendenhorst auf die altbewährte Viererkette. Denn hierbei weiß in der Regel jeder einzelne Spieler, was er zu tun hat und kann sich somit während des Spiels die nötige Sicherheit holen. Und genauso verlief auch die erste Halbzeit am Dienstagabend in der VEKARENA. Konzentriert und mit sehr viel Ballbesitz bauten die Kicker in Blau-Weiß ihr eigenes Spiel sehr vorsichtig auf und gewährten dem Gegner in Rot nur selten gefährliche Vorstöße. So war der SVM zwar um einiges besser im Spiel als Sendenhorst, allerdings gelang auch ihnen nicht so viel Nennenswertes, um in Führung zu gehen. Lediglich in der 29. Minuten lief Philip Bartsch, nach einer Kopfballverlängerung von Paul Kostyrenko alleine auf das gegnerische Tor zu, verpasste es allerdings im letzten Moment abzuschließen, eher der Verteidiger ihn einholte und den Ball zur Ecke wegspitzelte. „Ich hatte zu viel Zeit…!“ gab Bartsch nach dem Spiel zu.
Zur Halbzeit stand es schließlich 0:0 und Mauritz fühlte sich wohl im fremden Stadion. Unverändert und mit breiter Brust ging die 11 von Coach Dunkel-Steinhoff in die zweite Hälfte, die bis zur 70. Minute weiterhin den Mauritzern gehörte. Mit mehr Spielwitz und Mut kamen die Blau-Weißen immer besser nach vorne, bis Daniel Berger endlich der erlösende Treffer gelang. Nach einer schönen Kombination im Mauritzer Mittelfeld, bewies Berger ein gutes Auge und lupfte über den gegnerischen Torhüter die Pille ins Netz (59.).
In der 70. Spielminute war es wieder der Mann mit der Nummer 22 (Philip Bartsch), der sich frei spielte und wieder auf den Torwart zulief. Diesmal machte er alles richtig und legte auf den frisch eingewechselten Andre Paschke quer. Paschke nahm es leider zu genau, verließ sich auf seinen schwächeren linken Fuß und schoss die Kugel nur knapp am Tor vorbei.
Sendenhorst atmete tief durch und setzte nach dieser Situation das Spiel hochmotiviert fort. So war es der schnelle Sendenhorster Hasan Abu Dalal, der nach einem sehenswerten Konter das Leder ins Tor von Josha Klaes beförderte (73.). Die letzte viertel Stunde der Partie war sehr hart umkämpft, mit leichten Vorteilen für die Jungs aus Sendenhorst. Es wurde gedrückt, gebissen, gegrätscht und viel diskutiert, so dass ausgerechnet einer der Stärksten Spieler der Partie eine Gelb-Rote Karte sah. Jan Viefhues fiel dem Schiedsrichter nach einem umstrittenen Foul zum Opfer und musste in der 90. Minute das Feld verlassen.
Nichtsdestotrotz endete die reguläre Spielzeit mit einem 1:1 und musste durch das direkte 11-Meter-Schießen entschieden werden. Und genau hier schlug die Stunde von Joscha Klaes. Denn es folgte ein 11-Meter-Krimi, in dem der frisch gebackene Papa der Hauptdarsteller war. Es schien eine Weile so, als wollen die Schützen des SVM die Partie absichtlich in die Länge ziehen, während Käsi einen Schuss nach dem anderen parierte. Doch auch er selbst hätte als Schütze das Spiel vorzeitig beenden können, stattdessen verschoss er auch. Nichts für schwache Nerven. Weder Mauritz noch Sendenhorst bewiesen sich als sichere 11-Meter-Schützen. Schlussendlich war es Andre Paschke, der den entscheidenden Ball irgendwann endlich in die Maschen drisch. Insgesamt wurden sieben 11-Meter verschossen, vier davon parierte Käsi souverän und bescherte dem SVM den Einzug in die nächste Pokalrunde.
Was dann folgte, war pure Erleichterung und Freude. Mauritz feierte singend, während Sendenhorst mit hängenden Köpfen den eigenen Platz verließ. „Es ist schön ein Teil dieser Mannschaft zu sein“ fügte Trainer Dunkel-Steinhoff nach dem Spiel dazu.
Unterm Strich mag es nach außen zwar „nur“ ein Pokalspiel gewesen zu sein, allerdings war es ein enorm wichtiges moralisches Ereignis für die einzelnen Köpfe aus Mauritz.
„Nun müssen wir uns auf die nächsten Aufgaben fokussieren“, so Dunkel-Steinhoff nach dem Spiel. Denn bereits am kommenden Sonntag geht es wieder um wichtige Punkte. Zuhause trifft der SV Mauritz auf SC DJK Everswinkel.


